Vom rücksichtsvollen Miteinander im Wald
Geschrieben am | 27.09.2009 | 3 Kommentare
Der Wald ist DAS Erholungsgebiet schlechthin: die Luft ist frisch, die Bäume spenden Schatten und die Vögel erheitern mit lustigem Gezwitscher.
Neben Spaziergängern, Joggern, Radler und Reitern tummeln sich auch Hundebesitzer in Berlins ausgedehnten Wäldern. Sowohl die große Zahl der Hunde in Berlin als auch fehlende Auslaufgebieten im Umland intensivieren die Nutzung der Flächen. Stadthunde, die sonst nur den Baum am Straßenrand zu Gesicht bekommen, erfahren dank der zunehmenden Zahl gewerblicher Ausführservices, was es heißt, mit Artgenossen die Natur zu entdecken und positiv erschöpft zu sein.

Kimmy (Yucca Svarcava) und Mikki
Nicht selten jedoch haben die Erholungssuchenden verschiedene Einstellungen zum Spaziergang im Wald - ein verträgliches Miteinander erfordert ein hohes Maß an gegenseitiger Rücksichtnahme.
Fakt ist, dass nach dem Gesetz zur Erhaltung und Pflege des Waldes ausnahmslos Leinenpflicht gilt. “Leinen los..!” für Hunde ist nur in den ausgewiesenen Hundeauslaufgebieten gestattet. Zu meinem Erschrecken habe ich oft das Gefühl, dass mit dem Ablegen der Leine so mancher Hundebesitzer auch seine Verantwortung gegenüber der Natur, seinen Mitmenschen und anderen Hunden gegenüber fallen lässt. Auch in einem Hundeauslaufgebiet gilt es, die Bedürfnisse aller zu berücksichtigen und die Tier- und Pflanzenwelt nicht zu sehr zu strapazieren.
Was sollten Sie beachten?
In einem Hundeauslaufgebiet gehören die Hunde an die Leine, die nicht im Einwirkungsbereich des Halters stehen.
Es darf nicht passieren, dass Hunde durch den Zaun entweichen, der die Natur dahinter schützen soll, um dort ihrer Jagdleidenschaft zu fröhnen. Nicht selten scheinen sich die Besitzer nicht im Geringsten darum zu scheren, dass eingezäunte Bereiche und gekennzeichnete Naturschutzgebiete nicht Teil des Hundeauslaufgebietes sind und dass sich der Gejagte in Lebensgefahr befindet.
Die Erholung der Menschen steht auch in einem Auslaufgebiet an erster Stelle.
- Mein Hund versucht nicht an der Imbissbude die Currywurst vom Besitzer des schokobraunen Labradors zu stiebitzen, nur weil der grad unaufmerksam ist, da er seinen Hund in der staubaufwirbelden Masse rund um den Stehtisch nicht entdecken kann.
- Wenn die Hunde toben, achte ich darauf, dass niemand umgerannt werden kann – gerade Kinder und ältere Menschen können schnell stürzen.
- Nähern sich Jogger und Radfahrer, nehme ich meinen Hund beiseite. Die Stöcke der Nordic Walker sind als Hundespielzeug ungeeignet!
- Als sehr lästig empfinde ich die Kläfferei mancher Vierbeiner, die ihre zweibeinige Begleitung zum ständigen Bällchen Werfen nötigen. Hier kann man erzieherisch tätig werden und zu einem für alle erholsameren Spaziergang beitragen.
- Es gibt extra ausgewiesene Badestellen für Hunde. Statement der eigentlich hunde-mögenden Beate im Hauptstadtblog: “P.S.: Eigentlich mag ich Hunde!”
- Buddeln ist nicht erlaubt! Sowohl am Strand (siehe Grunewald) als auch an Hängen und auf Wegen wird die Stabilität des Naturraums geschädigt. Das Ausgraben von Erholungsbänken mindert definitiv den Erholungswert, ebenso das Urinieren an selbige.
- Verrichtet mein Hund sein Geschäft auf Wegen, Parkplätzen, Liegewiesen sowie an Badestellen und anderen Erholungseinrichtungen, räume ich sie weg. Und ich trage das Beutelchen bis zum nächsten Mülleimer, statt es an den Zaun zu knoten.
Ich kann jeden Nichthundebesitzer verstehen, der genervt ist von Hunden und ihren Besitzern, denn ich bin es selbst oft genug. Belästigt mein Hund trotz aller Erziehungs- und Vorsichtsmaßnahmen jemanden oder richtet er gar einen Schaden an, entschuldige ich mich und komme dafür auf.
Der wertvolle Erholungs- und Lebensraum Wald wird nur dann nachhaltig gesichert werden, wenn wir alle schonend mit ihm umgehen und die Interessen anderer Waldbesucherinnen und -besucher respektieren.
stadtentwicklung.berlin.de: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin: Hundeauslaufgebiete
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Kommentare
3 Antworten auf “Vom rücksichtsvollen Miteinander im Wald”
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28.09.2009 @ 18:06
Da bin ich ganz deiner Meinung.
Wenn ‘Alle’ rücksichtsvoll miteinander umgehen, gibt es auch keinen Ärger.
30.09.2009 @ 17:00
Ich kann mich auch nur anschließen.. leider kommt es noch zu oft vor, dass Hundebesitzer sich nicht an die von dir oben genannten Verhaltensregeln gebunden fühlen.. und die sorgen dann dafür, das alle anderen drunter leiden müssen.
*wuff*
Smilla
03.10.2009 @ 17:07
Warum nicht gleich Leinen- und Maulkorbzwang für alle Hunde? Das ist die Maximale Rücksichtname! Denn Hundehalter müssen auf ALLE Rücksicht nehmen.